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Die Geschichte der Stadt Leipzig

 

Leipzig gilt seit dem Herbst 1989 als die Stadt der friedlichen Revolution, in der der Zusammenbruch des DDR-Sozialismus eingeleitet wurde. Gleichzeitig hat die Stadt einen Ruf als Messe- und Buchstadt.

 

Schon für das 7. Jahrhundert sind in der Nähe des Zusammenflusses von Weißer Elster und Parthe Spuren slawischer Siedlungstätigkeit nachweisbar. In der Chronik des Bischofs Thietmar von Merseburg von 1015 wird erstmals die "urbs Libzi" erwähnt und schon etwa 150 Jahre später gewährt Markgraf Otto der Reiche Leipzig das Stadtrecht.

 

Die Grundlagen für die moderne Stadt werden zum Ende des Mittelalters gesetzt. Im Zuge der Auswanderung der nicht-böhmischen Nationen von der Prager Universität während der Hussitenkriege wird 1409 die Universität Leipzig gegründet. Im Jahre 1497 erteilt Kaiser Maximilian I. der Stadt das kaiserliche Messeprivileg. Schon kurz zuvor hatte Marcus Brandis das erste Buch in Leipzig gedruckt (1481).

 

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Im Verlaufe der Reformation kommt es 1519 auf der Pleißenburg (am Ort des heutigen "Neuen Rathaus") zur bekannten Leipziger Disputation Martin Luthers mit Dr. Johann Eck, 20 Jahre später wird Luther in der Leipziger Thomaskirche predigen. Im Dreißigjährigen Krieg (1618-1648) kommt es um Leipzig herum zweimal zu großen Schlachten. In dem nahegelegenen Lützen fällt 1632 der schwedische König Gustav I. Adolf.

 

In der Folgezeit erlebt Leipzig eine erste große Blüte. Schon 1650 wird hier der Welt erste Tageszeitung gedruckt. Ab 1678 werden eine Börse und ein Opernhaus errichtet. 1723-1750 wirkt Johann Sebastian Bach an der Thomaskirche (weitere große Musiker, die aus Leipzig kommen oder hier gewirkt haben, sind Richard Wagner, Felix Mendelssohn Bartoldy, Robert und Clara Schumann).

 

1813 wird in der Völkerschlacht bei Leipzig Napoleon besiegt und die deutschen Staaten von der französischen Besetzung befreit. Hier nach beginnt die Industrielle Revolution in Leizig zunächst durch den Eisenbahnbau. So wurde 1839 die erste Ferneisenbahnstrecke Deutschlands von Leipzig nach Dresden eingeweiht, 1842 der älteste noch erhaltene Kopfbahnhof ("Bayrischer Bahnhof") gebaut, 1902-1915 wird mit dem Hauptbahnhof Europas größter Kopfbahnhof errichtet. Gleichzeitig entstehen große Betriebe, so in der Buchbranche die Firmen Brockhaus und Reclam, während auf der anderen Seite Leipzig auch zum Handels- und Messezentrum in Mitteldeutschland wird.

 

Besonders in der Gründerzeit ab 1871 wächst die Stadt explosionsartig an. Viele neue Stadtteile werden errichtet in den Baustilen der damaligen Zeit, die nach der politischen Wende wieder den Glanz der damaligen wohlhabenden Bürgerstadt vermitteln. Bis in die dreißiger Jahre des 20. Jahrhunderts ist Leipzig auf eine Einwohnerzahl von etwa einer dreiviertel Millionen Menschen angewachsen. Heute wohnen auf einer Fläche von 297,5 km² 493.872 Leipziger.