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Geschichte der Uni

 

Die Universität Leipzig begeht im Jahr 2009 ihr 600jähriges Bestehen.
Entstanden ist die Alma mater Lipsiensis aufgrund des Auszuges deutscher Studenten und Professoren aus der Prager Karls-Universität im Mai 1409. Die Stadt Leipzig stellte dafür einige Häuser zur Verfügung, weshalb am 24. Oktober, nach der Wahl eines neuen Dekans, das Semester beginnen konnte. Die offizielle Gründung fand dann am 2. Dezember 1409 statt. Die feierliche Eröffnung erging im Speisesaal des Thomasklosters , geziert durch die Anwesenheit der wettinischen Landesherren, der Markgrafen Friedrich und Wilhelm. Erster Rektor war Johann von Münsterberg.
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Caspar Borner, 1539 zum Rektor gewählt, erreichte 1543 mit Unterstützung durch landesherrliche Räte, die meist in Leipzig studiert hatten, die Übergabe des durch die Reformation aufgelösten Dominikanerklosters samt Kirche in die Hände der Universität. Dies und die weiteren Besitztümer im Umland von Leipzig verhalfen der Universität zur bestausgestatteten unter den deutschen Hohen Schulen.

1545 folgte die Weihe der erneuerten Paulinerkirche, bei der Luther selbst am 12. August die Predigt hielt.

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Quelle: www.uni-leipzig.de
Am 24. Oktober 1687 hält Christian Thomasius, der Vater der deutschen Aufklärung, an der Universität die erste Vorlesung in deutscher Sprache. Durch die Herausgabe der Zeitschrift "Monatsgespräche" wird Thomasius gleichsam zum Begründer des deutschen Journalismus.

1709, zur 300-Jahr-Feier hält Johann Burkhard Mencke die Festrede und ihm wird die erste selbstständige Professur für Geschichte zu Teil. Zwei Jahre darauf wird die Universitätsbibliothek erstmals den Studenten zugänglich gemacht.

1725 kommt Johann Christoph Gottsched als Privatdozent an die Universität Leipzig und wird 1730 außerordentlicher Professor der Poesie, später noch der Logik und Metaphysik. Fünfmal erhält er das Rektorat. 

1813 spricht Napoleon der Universitätsabordnung seinen Unwillen über die Haltung der Leipziger Studentenschaft aus. Der Universität wird die "peinliche" Gerichtsbarkeit über die Studenten entzogen.

1830 wird die Universitätsverfassung reformiert und damit die Einteilung der Universität nach Nationen aufgehoben, der Akademischen Senats eingeführt und alle ordentlichen Professoren gleichgestellt.

Ab 1835 ist das Universitätsgericht nur noch bloßes Disziplinar- und Zivilgericht für die Studenten und es ergeht ein Disziplinargesetz für Studierende.

1837 wird Felix Mendelssohn Bartholdy Ehrendoktor der Universität.

1839 bildeten Leipziger Studenten eine geheime burschenschaftliche Organisation, die sog. Progressbewegung, die von Robert Blum unterstützt wurde. Ein Ziel war die Reformierung des studentischen Lebens: ernsthaftes Studieren statt duellieren, Streben nach politischer Gleichberechtigung und Freiheit.

1850, als der nach dem sächsischen Minister benannte "Beustsche Staatsstreich" die alten Stände in Sachsen reaktiviert, leisten auch der Universitätssenat und 21 Professoren offenen Widerstand gegen diesen Verfassungsbruch. Moritz Haupt, Otto Jahn und Theodor Mommsen müssen ihr Lehramt wegen politischer Betätigung aufgeben.

1859 begeht die Alma mater ihr 450-jähriges Bestehen. Der Bürgermeister und der Konsulent des Handelsbürgertums werden als Ehrendoktoren promoviert. Zur Jubiläumsfeier werden außerdem der Maler Ludwig Richter und der Schriftsteller Franz Grillparzer Ehrendoktoren der Universität.

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Lithografie von Christian Adolf Eltzner: Panorama des Augustusplatzes mit dem Augusteum von 1836.
Quelle: www.uni-leipzig.de


1868 wird der erste studentische Turnverein in Leipzig gegründet, aus dem später unsere liebe Normannia erwächst.

1891 ist die feierliche Einweihung der "Bibliotheca Albertina", der Universitätsbibliothek

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Quelle: www.uni-leipzig.de


Rektor Lamprecht ruft 1911 die Studentenschaft zur Bildung einer allgemeinen Studentenvertretung auf. Es werden zwei vorbereitende Ausschüsse der Inkorporierten und der Nichtinkorporierten gewählt. Ende des Jahres werden die Satzungen des Allgemeinen Studentenausschusses vom Kultusministerium bestätigt und Wahlen für die beiden Ausschüsse durchgeführt.

1918 reißen Studenten die von Teilnehmern der Novemberrevolution auf dem Universitätshauptgebäude gehisste rote Fahne herunter und ziehen statt dessen, auf Geheiß des Rektors, die Fahne des Hauses Wettin auf.

Der NS-Studentenbund erreicht 1931 bei den Wahlen zum Allgemeinen Studentenaussschuss die absolute Mehrheit.

Anfang März 1933 unterschreiben über 100 Professoren einen Aufruf zur Wahl Adolf Hitlers.
Nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten werden 21 Professoren und Dozenten aus politischen und rassenideologischen Gründen entlassen.

Der Physiker Werner Heisenberg, der von 1927 bis 1942 an der Universität Leipzig lehrte und forschte, erhielt 1933 im Alter von 32 Jahren den Nobelpreis für Physik des Jahres 1932.

1945, am Ende des Krieges sind von 103 Lehr- und Forschungseinrichtungen - Institute, Kliniken, Verwaltungsgebäude - 67 total zerstört, nur 14 völlig erhalten geblieben. Der Bibliotheksbestand ist zu 70 Prozent vernichtet.
Auf Druck amerikanischer Dienststellen verlassen im Juni 46 Wissenschaftler und technische Kräfte - unter ihnen die Professoren Helferich, Hein, Kautsky, Wolf, Strack, Sulze, Scheunert, Carolus, Weickmann, Thomas, Scheumann - Leipzig in Richtung Westen; zugleich wird naturwissenschaftliches Forschungs- und Lehrmaterial abtransportiert.

1946 wird die Universität am 5. Februar im "Capitol" unter Rektor Hans-Georg Gadamer wiedereröffnet.

1949 wird die Arbeiter-und-Bauern-Fakultät eröffnet.

1953, Zum 135. Geburtstag von Karl Marx wird der Universität am 5. Mai der Name "Karl-Marx-Universität" verliehen.

1968 beschließt die Stadtverordnetenversammlung am 23. Mai die Errichtung eines Neubaukomplexes für die Universität, der die Sprengung der im Krieg unversehrt gebliebenen Universitätskirche und des teilzerstörten Augusteums zur Voraussetzung hat. Der Akademische Senat stimmte diesen Plänen bei einer Stimmenthaltung zu.

Zwischen 1973 und 1978 wird der Komplex zwischen Augustusplatz und Universitätsstraße (mit Hauptgebäude, Hochhaus, Hörsaal- und Seminargebäude, Mensatrakt und Zweigstelle der Universitätsbibliothek) etappenweise den Nutzern übergeben.
Im gleichen Jahr werden alten Universitätsstrukturen durch die 3. Hochschulreform aufgelöst.

1991 wählt das Konzil wählt erstmals seit 1933 wieder in geheimer Wahl ein Rektoratskollegium und beschließt zugleich die Rückkehr zum alten Namen "Universität Leipzig".
Zur grundlegenden Erneuerung der Universität nach dem politischen Umbruch von 1989/90 und der deutschen Wiedervereinigung gehört die Neuausschreibung aller Hochschullehrerstellen und die Wiedererrichtung bzw. Neugründung von 14 Fakultäten und über 150 Instituten. 
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Blick auf den "Uniriesen"
Quelle: ebus.informatik.uni-leipzig.de

Nach der Unterzeichnung eines Vergleichs mit der sächsischen Staatsregierung zum Körperschaftsvermögen der Universität erhält diese 2000 die Zusicherung der Staatsregierung zur Unterstützung der Neugestaltung des innerstädtischen Campus am Augustusplatz bis zum 600-jährigen Universitätsjubiläum im Jahr 2009. Verbunden damit sind der Neubau einer Aula, eines Großen Hörsaals, eines Fakultätsgebäudes für die Wirtschaftswissenschaften und der Mensa sowie die Sanierung von Hörsaal- und Seminargebäude.

Zu Beginn des Wintersemesters 2002 steht der Neubau für die Geisteswissenschaften der Universität zur Verfügung.
Zum Jahresende wird der 1993 begonnene, 65 Millionen Euro teure Wiederaufbau der Bibliotheca Albertina abgeschlossen.



 

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Quelle: www.leipzig-sachsen.de
 
Berühmte Studenten der Leipziger Universität und ihr Immatrikulationsjahr:
Abraham Gotthelf Kästner (1731)
Gottlieb Wilhelm Rabener (1734)
Johann Elias Schlegel (1739)
Justus Friedrich Wilhelm Zachariae (1743)
Lessing (1746)
Klopstock (1747)
Goethe (1765)
Jean Paul (1781)
Gottfried Wilhelm Leibniz (1653)
Christian Reuter(1688)
Friedrich Nietzsche(1865)